FC St. Pauli muss nach zwei Jahren in der Fußball-Bundesliga runter in die 2. Liga. Die Hamburger zeigten im Moment des Abstiegs Größe, die Enttäuschung ist allerdings riesig - und die Fragen zum Neustart sind es auch. Als es vorbei war, flossen Tränen - bei Kapitän Jackson Irvine, bei Verteidiger Hauke Wahl, beim Staff, bei den Fans. Schon lange bevor es endgültig aus war, aber war zu erahnen gewesen, dass das Hamburger Millerntor eine Blaupause liefern würde dafür, wie man in Würde absteigt. Die braun-weißen Schals gingen in die Höhe, 'You'll never walk alone' wurde angestimmt, kurz nach dem Abpfiff schallten 'St. Pauli'-Rufe durch das Stadion. Ein Absteiger wurde von seinen Anhängern gefeiert. In diesem Moment war der FCSP mal wieder 'der etwas andere Verein'. Das 1:3 gegen den VfL Wolfsburg - die 20. Saisonniederlage - besiegelte das Schicksal des Teams von Trainer Alexander Blessin, dessen Sieglos-Serie von zehn Spielen im Schlussspurt am Ende den Klassenerhalt kostete. Er sei 'leer wie das Stadion', sagte der Coach später im NDR Interview und gab damit einen Einblick in sein Seelenleben. Es tue ihm 'für die Fans unheimlich leid, für den Club und für die Mannschaft. Ich bin da die kleinste Lampe in dem Moment.' Die Anhänger waren da schon auf dem Weg nach Hause - oder mit einer irgendwie gearteten Frust- und Trauerbewältigung beschäftigt. 'Wir hatten so viele Chancen in dieser Saison, wir können es nicht immer auf Glück oder Pech schieben', sagte FCSP-Spieler Hauke Wahl. Denn das Spiel gegen die 'Wölfe' war ein Stück weit ein Abbild der Saison gewesen, wie auch Wahl im NDR Interview sagte. Mit ausgelassenen Chancen, unglücklichen Aktionen, vielleicht auch fehlendem Momentum in der einen oder anderen Situation. Wie zum Beispiel bei Andreas Hountondjis verpasster Großchance, die kurz vor der Pause den Ausgleich bedeutet hätte. Oder beim Eigentor unter Bedrängnis von Torhüter Nikola Vasilj zum 1:2. Präsident Oke Göttlich sagte bei 'Sky': 'Es hat einfach nicht gereicht. Wir waren in dieser Saison einfach nicht gut genug und sind zu selten an unser Leistungslimit gekommen.' Kapitän Jackson Irvine entschuldigte sich bei den Fans: '26 Punkte sind nicht genug für die Liga.' Coach Blessin hatte nach dem Spiel zusammengesackt bei seinen Liebsten gesessen und getröstet werden müssen: 'Irgendwann sitzt du dann auf der Tribüne neben der Familie und man redet ein bisschen. Und ich weiß auch gar nicht, was jetzt meine Frau zu mir gesagt hat. Also von daher ist es schwierig, das jetzt zu greifen.' Es tue weh, 'aber man muss es akzeptieren, wenn man am 34. Spieltag dort steht. Es ist ein bitterer Moment für den Club, aber es geht trotzdem weiter', sagte der 52-Jährige.
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FC St. Pauli steigt ab: Tränen und offene Fragen
FC St. Pauli steigt nach zwei Jahren in die 2. Liga ab. Die Hamburger zeigen Größe im Moment des Abstiegs, aber die Enttäuschung ist riesig. Was bedeutet das für den Club?
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