Fabian Reese hat beim FC St. Pauli einen wichtigen Schritt zur Akzeptanz gemacht. Der Stürmer erlebte bei der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg erstmals keine Pfiffe mehr von den eigenen Anhängern. Das war für den 28-Jährigen ein deutliches Signal, nachdem er in den vergangenen Wochen an anderen Spielorten auf Ablehnung gestoßen war.

Reese wechselte im Sommer für eine Ablöse von acht Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zum FC St. Pauli und unterschrieb einen Vertrag bis 2030. Der Angreifer brachte Erfahrung aus 250 Zweitliga-Spielen mit, die er in 15 Jahren bei Holstein Kiel und drei Jahren bei Hertha BSC sammelte. Sein erster großer Moment im Trikot der Kiezkicker verfehlte nur knapp das Tor. In der Partie gegen Wolfsburg traf er mit einem Rechtsschuss die Latte und setzte kurz darauf mit dem linken Fuß nur noch hauchdünn vorbei.

Strobl will keine große Sache machen

Trainer Tobias Strobl nahm die öffentliche Diskussion um den Neuzugang gelassen. „Wir wollen das Thema nichr größer machen, als es ist“, sagte der Coach nach dem Spiel. Für Reese selbst war die Stimmung im Millerntor-Stadion ein Wendepunkt. „In Deutschland gibt es nur noch Held oder Hassfigur“, kommentierte der Spieler die polarisierende Debatte, die seinen Wechsel begleitet hatte. Zuvor hatte er in Auswärtsspielen in Altglienicke Pfiffe, in Karlsruhe Feindseligkeit und gegen Energie Cottbus Spott erlebt.

Die sportliche Situation des FC St. Pauli bleibt angespannt. Die Niederlage gegen Wolfsburg war bereits die vierte in Folge, die Mannschaft von der Elbe befindet sich in einer schwierigen Phase. In der 2. Bundesliga belegt der Verein aktuell den neunten Rang mit sechs Punkten aus fünf Spielen. Die Bilanz zeigt ein Unentschieden und vier Niederlagen in den letzten fünf Begegnungen. Mit sieben erzielten und sieben kassierten Toren hält sich die Tordifferenz in der Waage.

Wahl wird bejubelt

Ein emotionaler Moment neben dem Spielgeschehen war der Auftritt von Hauke Wahl. Der Innenverteidiger, der drei Jahre für St. Pauli aktiv war, wärmte sich am Millerntor auf und erhielt dafür Applaus von der Tribüne. Die Szene unterstrich die besondere Verbindung zwischen Spielern und Fans am Millerntor, die auch Reese nun langsam zu spüren bekommt.

Der FC St. Pauli muss nun nach der internationalen Pause wieder Fahrt aufnehmen. Das nächste Spiel findet am 10. Oktober gegen den Karlsruher SC im eigenen Stadion statt. Der Gegner steht derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz. Für die Kiezkicker geht es darum, die Negativserie zu durchbrechen und im Mittelfeld der 2. Bundesliga Anschluss zu halten. Die aktuelle Kaderübersicht und den genauen Spielplan finden Sie auf unseren Seiten zum Kader und den Spielterminen.

Reese selbst wird nach der Länderspielpause wieder im Angriff des FC St. Pauli zu sehen sein. Sein Vertrag bindet ihn noch für vier weitere Jahre an den Verein aus Hamburg.

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