Joel Fujita bleibt bei FC St. Pauli ein ungelöstes Rätsel. Der 24-jährige japanische Nationalspieler verbrachte das gesamte 2:2-Unentschieden bei Arminia Bielefeld auf der Ersatzbank und setzt damit eine Phase fort, in der er kaum zum Einsatz kommt.

Die Situation ist für einen Spieler mit einem Marktwert von 10 Millionen Euro bemerkenswert. Ein gewünschter Wechsel im Sommer kam nicht zustande, und nun muss Fujita sich in einem Team behaupten, das in der 2. Bundesliga derzeit auf Platz 14 steht. Mit nur drei Punkten aus vier Spielen und einer Torbilanz von 6:7 braucht St. Pauli dringend mehr Konstanz.

Warum spielt Joel Fujita nicht?

Trainer Marcel Rapp hat klare Gründe für seine Personalentscheidungen. Gegen Bielefeld vertraute er im defensiven Mittelfeld auf das Duo Eric Smith (29) und Mathias Rasmussen (28). "Eric und Matti machen es gut, deswegen gab es keinen Grund, zu wechseln", sagte Rapp. "Klar, hinten raus kann man ihn einwechseln." Die taktische Ausrichtung des Gegners spielte ebenfalls eine Rolle. Rapp erklärte: "Bielefeld spielte viele lange Bälle, da war die Gefahr für mich größer, dass wir einen Standard verteidigen müssen, statt fußballerisch Akzente zu setzen." Damit meinte er den Australier Sam Klein (22), der für seine Körperlichkeit eingewechselt wurde.

Wie ist Fujitas bisherige Rolle bei St. Pauli?

Fujitas Statistik bei den Kiezkickern ist eigentlich solide. In der Bundesliga kam er auf 32 Einsätze, davon 31 von Beginn an. Auch für Japan hat er bereits acht Länderspiele absolviert. In dieser Saison lief es jedoch bislang nicht nach Plan. Bereits im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen (0:2) wurde er nach 60 Minuten ausgewechselt. Sein Engagement für die Mannschaft zeigte sich dennoch, als er nach dem späten Ausgleichstreffer von Abdoulie Ceesay (22) zum 2:2 in Bielefeld jubelnd aufs Feld rannte. Trainer Rapp betonte, Fujita erhalte die volle Unterstützung des Clubs und wirke nicht abgekapselt. Die Leistung liege nun in seiner eigenen Hand, so der 47-jährige Coach.

Welche Perspektiven hat der Mittelfeldspieler?

Die Transfertüren sind nicht vollständig geschlossen. Ein Wechsel nach Saudi-Arabien wäre theoretisch noch bis zum 12. Oktober möglich. Die nächste realistische Chance bietet sich dann in der Wintertransferperiode vom 1. Januar bis zum 1. Februar. Bis dahin muss Fujita auf dem Platz überzeugen, um für den Transfermarkt interessant zu bleiben. Rapp ist überzeugt, dass sich ein guter Spieler letztlich durchsetzen wird. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß, neben Smith und Rasmussen stehen auch Spieler wie Connor Metcalfe (26) zur Verfügung.

Wie geht es für FC St. Pauli sportlich weiter?

Die aktuelle Tabellensituation ist angespannt. Mit sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenführer 1. FC Nürnberg kann sich der Club keine weiteren Fehlstarts leisten. Der Fokus liegt nun voll auf dem nächsten Spiel. Am 12. September empfängt St. Pauli im Millerntor den VfL Wolfsburg, der aktuell auf dem dritten Platz steht. Dieses Heimspiel bietet die Chance, die bislang schwache Bilanz von null Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage zu verbessern. Die komplette Planung für die anstehenden Pflichtspiele findet sich auf unserer Fixtures Seite. Um den Kader im Detail zu verfolgen, lohnt ein Blick auf die Squad Übersicht.