FC St. Pauli verliert einen der letzten Kiez‑Veteranen: Philipp Ziereis hat am Freitag einen Zweijahresvertrag mit Melbourne Victory unterschrieben. Der 33‑jährige Innenverteidiger verlässt nach neun Jahren beim Kleeblatt die 2. Bundesliga, um in der A‑League zu spielen.

Warum Ziereis den Schritt nach Australien wagt?

Ziereis erklärte, dass die Chance, auf einem anderen Kontinent zu spielen, seit dem Vorjahr reizvoll sei. Nach seiner Zeit bei Greuther Fürth, wo er im Sommer 2025 zurückkehrte, fehlte er bei Trainingseinheiten – ein Hinweis, dass die Verhandlungen bereits liefen. Der Transfer wurde um 8:35 Uhr morgens offiziell bestätigt. In seinem Instagram‑Beitrag dankte er dem „Kleeblatt“ und zeigte das neue Trikot, während Jackson Irvine, sein ehemaliger Teamkollege, gratulierte.

Was bedeutet das für FC St. Pauli?

Ziereis war von 2013 bis 2022 ein fester Bestandteil des Millerntors, 159 Einsätze für die Profimannschaft und häufig als Kapitän. Sein Weggang lässt eine Lücke in der Abwehr zurück, die bereits durch die schwache Defensivbilanz verstärkt wird. Aktuell steht FC St. Pauli 18. in der Bundesliga mit 26 Punkten (6 Siege, 8 Unentschieden, 20 Niederlagen) und hat in den letzten fünf Spielen 0 Siege, 0 Unentschieden, 5 Niederlagen (LLLLL). Das Team hat bisher 29 Tore erzielt und 60 kassiert (−31 Torverhältnis) und liegt 63 Punkte hinter dem Spitzenreiter Bayern München.

Wie sah Ziereis‘ Karriere vor dem Wechsel aus?

Nach dem Abgang von Jahn Regensburg 2013 wurde Ziereis schnell zum Stammspieler beim FC St. Pauli. 2019 wechselte er kurzzeitig nach Österreich zum Linzer ASK, wo er in der Europa‑League gegen Liverpool stand und sechs Tore erzielte. Im Sommer 2025 kehrte er nach Deutschland zurück, half Greuther Fürth im Relegationsspiel gegen RW Essen den Klassenerhalt zu sichern und war danach in der A‑League sofort einsatzbereit.

Was erwartet ihn in Melbourne?

Melbourne Victory liegt nach 26 Spielen auf dem vierten Tabellenplatz, acht Punkte hinter Spitzenreiter Newcastle Jets. Die Saison läuft bereits, sodass Ziereis kaum Zeit hat, sich einzugewöhnen. Trotzdem sieht er das Abenteuer als Chance, neue Fußballkulturen zu erleben und seine Erfahrung in einem wachsenden Markt einzubringen. Der Verein hofft, dass sein defensives Know‑how die Abwehr stabilisiert und die jungen Australier von seiner europäischen Erfahrung profitieren.

FC St. Pauli muss nun intern nach einer geeigneten Lösung für die Innenverteidigung suchen, während die Fans den Abschied ihres langjährigen Kiez‑Kickers mit gemischten Gefühlen verfolgen.