SV Darmstadt 98 muss am Freitagabend (18.30 Uhr) den ungeschlagenen FC St. Pauli empfangen, und Trainer Florian Kohfeldt verlangt nach einem katastrophalen Auftritt eine sofortige Reaktion. Seine Mannschaft hatte am vergangenen Spieltag mit 0:4 beim Karlsruher SC verloren, was Kohfeldt als völliges Versagen von A bis Z brandmarkte. „Das war ein katastrophaler Auftritt von uns von A bis Z“, sagte der 44-Jährige in der Analyse der Pleite. Für den FC St. Pauli, der auf Platz sieben der 2. Bundesliga mit elf Punkten steht, ist es die Chance, die positive Serie von zwei Siegen und drei Unentschieden aus den letzten fünf Partien fortzusetzen.

Kohfeldt ließ nach dem Debakel von Karlsruhe keinen Zweifel an den erforderlichen Konsequenzen. „Kein Mitleid nötig“, lautete seine klare Botschaft an die Mannschaft um Kapitän Marcel Schuhen. Der Trainer kritisierte fehlende Ernsthaftigkeit und Laufbereitschaft und forderte ein Spiel, das der ernsten Tabellensituation angemessen ist. Darmstadt hat als Tabellenletzter bisher alle seine sieben Punkte in heimischer Arena gesammelt und die letzten beiden Heimspiele gewonnen. Diese positive Heimstatistik ist die Grundlage, auf der die Lilien gegen den starken Gast aus Hamburg aufbauen wollen.

St. Pauli mit eingespielter Stärke

Der FC St. Pauli reist mit dem Rückenwind einer Serie ohne Niederlage an. Die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler ist in den letzten fünf Ligaspielen ungeschlagen und holte zuletzt ein 1:1 bei Hannover 96. Der Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Abdoulie Ceesay, der mit vier Toren aktuell bester Torschütze der Kiezkicker ist, unterstrich einmal mehr die Moral und Kampfstärke des Teams. Kohfeldt selbst warnte vor der Qualität des Gegners, den er als „eingespielte, individuell starke Spieler“ beschrieb, die einen auffällig kleinen Umbruch nach dem Bundesliga-Abstieg vollzogen haben. Besonders die Flankenstärke von St. Pauli, die der Darmstädter Trainer als die beste der Liga hervorhob, wird eine zentrale Herausforderung für die heimische Defensive darstellen.

Die aktuelle Tabelle zeigt die unterschiedliche Ausgangslage: Während St. Pauli mit elf Punkten im soliden Mittelfeld platziert ist und nur zwei Punkte von den Aufstiegsplätzen entfernt steht, kämpft Darmstadt auf dem vorletzten Platz gegen den direkten Abstieg. Der FC St. Pauli hat in dieser Saison noch keinen Auswärtssieg errungen, was die Motivation für den ersten Dreier auf fremdem Platz zusätzlich anheizen wird.

Das Freitagsspiel im Stadion am Böllenfalltor ist für beide Teams von großer Bedeutung. Für Darmstadt geht es darum, den Schock von Karlsruhe abzuschütteln und den Heimvorteil erneut zu nutzen. Für St. Pauli ist es die Gelegenheit, die positive Auswärtsbilanz nach dem 1:1 in Cottbus und dem 1:1 in Hannover endlich in einen Sieg umzumünzen und in der Spitzengruppe Druck zu machen. Die Partie beginnt am 23. Oktober um 18.30 Uhr.

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Das Freitagsspiel in Darmstadt endete 0:0. St. Pauli dominierte mit zeitweise 75 Prozent Ballbesitz, schaffte aber keine Tore. Trainer Marcel Rapp zeigte sich unzufrieden und wechselte zur Pause drei Spieler aus. Die Serie ohne Niederlage wächst auf sechs Spiele, doch die Kiezkicker bleiben mit 12 Punkten auf Platz sieben. Das nächste Heimspiel ist gegen den Zweiten, den 1. FC Nürnberg.