FC St. Pauli jagt einen Negativrekord, den keine Mannschaft will. Nach dem 0:0 bei Darmstadt 98 am vergangenen Wochenende hat der Zweitligist bereits sechs seiner neun Saisonspiele unentschieden beendet, das ist die höchste Quote in der Geschichte der 2. Bundesliga seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995. Mit 12 Punkten belegt die Mannschaft nach neun Spielen den siebten Platz in der 2. Bundesliga, mit einer Bilanz von zwei Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage.

Trainer Marcel Rapp sah im Spielbild der Partie ein Sinnbild der gesamten Hinrunde. „Aus unserer Dominanz haben wir zu wenig Chancen kreiert“, sagte der Coach nach dem torlosen Remis. Auch Stürmer Martijn Kaars brachte die Frustration auf den Punkt. „Wieder nicht verloren, wieder nicht gewonnen“, lautete sein knappes Fazit. Das letzte Ergebnis war das 0:0 bei SV Darmstadt 98 am Freitag, 23. Oktober.

Historische Vergleichswerte

Die aktuelle Quote von 67 Prozent Unentschieden übertrifft alle bisherigen Werte. Der bisherige Rekord für eine gesamte Saison liegt bei 16 Remis in 34 Spielen, aufgestellt von verschiedenen Vereinen. St. Pauli selbst spielte in der Aufstiegssaison 2001 neunmal unentschieden, was damals ein Positivrekord für einen Meister war. In der Saison 2000 retteten sogar 15 Punkte aus Remis den Klassenerhalt. Die aktuelle Serie von fünf Auswärtsunentschieden in Folge unterstreicht das Problem, Dominanz in Siege zu verwandeln.

Aktuelle Lage und Ausblick

Mit 12 Punkten aus neun Partien belegt St. Pauli derzeit nur den siebten Platz in der Tabelle. Die Bilanz lautet zwei Siege, sechs Unentschieden und eine Niederlage. Torhüter Ben Voll hielt gegen Darmstadt bereits seine dritte weiße Weste der Saison, doch vorne fehlt die Durchschlagskraft. Mit elf erzielten und neun kassierten Toren ist die Differenz minimal. Topscorer ist Abdoulie Ceesay mit vier Treffern. In den letzten fünf Ligaspielen ist die Mannschaft ungeschlagen, holte dabei aber nur einen Sieg und vier Remis. Oktober, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ausgleichstreffer.

Die nächste Gelegenheit, den Negativtrend zu durchbrechen, bietet sich am Samstag, 31. Oktober, im Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenzweiten, den 1. FC Nürnberg. Ein Blick auf den Spielplan zeigt, dass in den folgenden Wochen weitere schwere Aufgaben warten. Um den Anschluss an die Aufstiegsplätze nicht zu verlieren, müssen aus der Dominanz endlich drei Punkte werden. Der Rückstand auf Tabellenführer Hertha BSC beträgt bereits 13 Punkte.

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