Der FC St. Pauli muss sich beim Deutschen Fußball-Bund wegen rassistischer Vorfälle im DFB-Pokal erklären. Der DFB-Kontrollausschuss forderte den Zweitligisten nach dem Spiel bei Rot-Weiss Essen auf, eine Stellungnahme zu den aus dem Gästeblock gerufenen 'Nazi-Schweine'-Parolen abzugeben.

Die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler verlor das Pokalspiel der ersten Runde am vergangenen Wochenende mit 0:2. Das Team steht aktuell auf Platz 14 der 2. Bundesliga mit drei Punkten aus vier Spielen und einer Torbilanz von 6:7. Die nächste Aufgabe wartet am 12. September mit dem Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Wolfsburg. Die gesamte Terminplanung ist auf unserer fixtures Seite einsehbar.

Was genau forderte der DFB von St. Pauli?

Der Kontrollausschuss des Fußballverbandes verlangt vom FC St. Pauli nicht nur eine schriftliche Erklärung zu den Vorkommnissen. Der Klub soll auch aktiv bei der Identifizierung der beteiligten Personen helfen und darlegen, welche eigenen Aufklärungsbemühungen unternommen wurden. Der Verein aus Hamburg reagierte vorerst mit einer knappen Standardaussage auf die Aufforderung. „Der FC St. Pauli kommentiert grundsätzlich keine laufenden Verfahren“, ließ der Klub verlauten. Man habe aber kein Problem damit, dass der DFB die Vorfälle des Spiels in Essen untersuche.

Gleichzeitig bestätigte der Verein, über Bildmaterial zu verfügen, das einen Hitlergruß während der Partie zeigt. Außerdem wurden im Stadion von Rot-Weiss Essen zahlreiche Aufkleber mit der Parole 'Antifa zerschlagen' gesichtet. Dazu stellte der FC St. Pauli klar: „Weiterhin möchten wir grundsätzlich festhalten: Antifaschismus ist keine Straftat.“ Diese Haltung ist ein zentraler Bestandteil der Vereinsphilosophie.

Gab es auch andere Vorfälle während des Pokalspiels?

Ja, die Untersuchungen des DFB beschränken sich nicht auf die Vorfälle aus dem Gästeblock. Bereits zuvor hatte der Verband von Rot-Weiss Essen eine Stellungnahme zu sexistischen Beleidigungen und obszönen Gesten angefordert. Diese sollen von den heimischen Rängen gegen eine Mitarbeiterin des FC St. Pauli gerichtet worden sein. Damit steht das gesamte Spiel unter einem dunklen Schatten, der über den sportlichen Ausgang hinausweist.

Der Bericht von MillernTon verweist zudem auf frühere Berichterstattung über rechtsextreme Einzelpersonen in der Fanszene von Rot-Weiss Essen. Der Verein aus dem Ruhrgebiet hat demnach eine Vorgeschichte mit rechtsextremen Vorkommnissen bei seinen Spielen. Die aktuelle Untersuchung fügt sich in dieses Bild ein.

Wie geht es für St. Pauli in der Liga weiter?

Sportlich muss der FC St. Pauli die negativen Schlagzeilen schnell hinter sich lassen. Die Bilanz aus den ersten vier Ligaspielen ist mit null Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage ausbaufähig. Mit drei Punkten liegt man sieben Zähler hinter dem Tabellenführer 1. FC Nürnberg. Die defensive Stabilität ist ein Thema, nachdem sieben Gegentore kassiert wurden.

Die kommenden Aufgaben sind anspruchsvoll. Das Heimspiel gegen den starken VfL Wolfsburg erfordert volle Konzentration. Die aktuelle squad Liste zeigt, auf welche Spieler Trainer Hürzeler setzen kann. Ein Blick auf die standings verdeutlicht, wie wichtig Punkte im unteren Tabellendrittel sind. Die Mannschaft muss jetzt auf dem Platz Antworten geben.

Die nächste Gelegenheit dazu ist am 12. September im eigenen Stadion. Das Duell mit Wolfsburg ist für 15:30 Uhr angesetzt und bietet die Chance, die bislang sieglose Serie zu beenden.