FC St. Pauli startet mit komplett neuem Trainerteam und vielen Personalwechseln in die neue Saison. Louis Oppie, der linke Außenverteidiger, sieht die Veränderungen als Chance – und die ersten Testspiele geben ihm recht. Der Kiezklub gewann in der Vorbereitung dreimal in Folge, zuletzt mit 4:1 gegen Babelsberg. Doch die größten Umbrüche stehen noch bevor: Die Mannschaft von Marcel Rapp muss die neuen Abläufe erst verinnerlichen, während einige Leistungsträger noch im WM-Urlaub weilen. Aktuell belegt St. Pauli den 18. Platz in der Bundesliga mit 26 Punkten aus 34 Spielen, die Bilanz lautet 6 Siege, 8 Unentschieden und 20 Niederlagen – die jüngste Formkurve zeigt fünf Niederlagen in Folge (LLLLD).

Was bedeutet der Umbruch für die Mannschaft?

Oppie, 24, betont die positiven Seiten der Veränderungen. „Es ist schon ein bisschen was neu im Vergleich zum vergangenen Jahr“, sagt er nach dem 4:1 in Babelsberg. Bis auf den Torwarttrainer Peter Nemeth hat das gesamte Trainerteam gewechselt, dazu sind mehrere Stammspieler abgegangen oder noch nicht aus dem WM-Urlaub zurück. Doch Oppie warnt vor voreiligen Schlüssen: „Das macht schon was aus – aber nicht zwingend etwas Schlechtes.“ Die Mannschaft habe die Situation bisher gut angenommen, auch wenn die Vorbereitung noch nicht alle Automatismen abruft.

Warum die Vorbereitung trotzdem überzeugt

Die drei Testspielsiege gegen Regionalligisten und Oberligisten mögen nicht mit Top-Qualität gepunktet haben, doch für Oppie zählt etwas anderes: „In erster Linie geht es um Intensität, um die Abläufe reinzukriegen.“ Die neuen Strukturen unter Trainer Marcel Rapp passen zu Oppies Stärken. Viel läuft über die Außenbahnen, wo er mit schnellem Spiel und Überladungen Gegner unter Druck setzen kann. „Wenn man die Seite überlädt, ist das nicht einfach zu stoppen“, erklärt er – ein klarer Vorteil für die Defensive.

Wo noch Luft nach oben ist

Trotz der frühen Erfolge bleibt Oppie realistisch. „Wie wir verteidigen wollen, wie wir pressen – das Gesamtpaket steht noch nicht“, räumt er ein. Die Vorbereitung ist erst etwas mehr als zwei Wochen alt, und die Stabilität gegen den Ball muss noch wachsen. Doch der Glaube an die neue Saison ist da: „Eine neue Saison ist immer ein guter Zeitpunkt, um Sachen von vorne zu beginnen.“ Besonders bei Themen, die in der Vorsaison noch haperte, will die Mannschaft „ein paar Prozentpunkte rausholen“.

Nächste Schritte: Der Weg zurück in die Bundesliga

Mit nur 26 Punkten aus 34 Spielen und einem Rückstand von 63 Zählern auf den Tabellenführer Bayern München bleibt der Druck auf St. Pauli enorm. Die nächsten Pflichtspiele stehen an, doch die Vorbereitung gibt Hoffnung. Marcel Rapp setzt auf schnelle Außenbahnen und hohe Intensität – genau das, was Oppie und seine Mitspieler jetzt brauchen, um die Lücken zu schließen. Das nächste Pflichtspiel bestreitet der Verein am 10. Oktober 2026 gegen den Karlsruher SC. Bis dahin muss die Mannschaft die neuen Abläufe festigen und die Defensive stabilisieren.